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Cookies - die kleinen Datensammler

Cookies Türen zu, und Rollläden runter. Wer alleine am Computer sitzt, fühlt sich meist völlig unbeobachtet. Die Realität sieht jedoch leider ganz anders aus. Jeder Schritt von Ihnen wird überwacht. Im Computer legen sich Spione auf die Lauer und werten Ihre Surfgewohnheiten aus. User-Tracking nennt man das Beobachten eines Surfers. Wie Schritte im Schnee sind Ihre Bewegungen für Datensammler im Netz nachvollziehbar.

Ein eher umstrittenes Thema im Internet sind Cookies. Viele Webseiten benutzen sie aber kaum einer weiß genau, wofür sie gut sind. Muss ich Cookies akzeptieren, und richten sie eigentlich einen Schaden an? Zwei Fragen, mit denen wir uns hier beschäftigen wollen.

"Der Begriff Cookie (zu deutsch „Plätzchen“, „Keks“) hat nichts mit leckeren Keksen zu tun. Wir reden von einem kleinen Datenpaket, der seinen Ursprung im UNIX Programm "fortune cookie" hat. Hierbei wurde beim Start per Zufall ein Zitat ausgegeben und bei der Benutzeranmeldung automatisch ausgeführt." Daher der etwas irreführende Name.

Cookies sind kleine Datensammler. Genau genommen gibt es drei Möglichkeiten um Ihre Vorlieben auszuspionieren, von völlig harmlos, bis an die Grenze des Datenschutzes. Sie werden bei Spionageprogrammen meist nicht gefragt, ob Sie die Art der "Begleitung" akzeptieren oder nicht. Der Browser ist alleine nicht in der Lage die "Computer-Spionage" zu erkennen und zu blockieren, mit Ausnahme einer Spezies, dem Cookie. Lässt man den Einsatz von Cookies ungehindert zu, besteht die Gefahr, dass das eigene Surfverhalten im Netz ausspioniert wird. Unterbindet man sie hingegen, bleibt man z.B. in Online-Shops außen vor. Auch der goldene Mittelweg, bei jedem Cookie individuell zu entscheiden ist nervig, da man beim Surfen ständig von Hinweisen und Rückfragen des Browsers gestört wird.

Video: Was sind Cookies?

So erkennen Sie den Einsatz von Cookies

Auch ohne bestimmte Software und Einstellungen lässt sich leicht erkennen, wenn ein Webangebot Cookies einsetzt. Wann immer Sie auf einer Seite persönlich mit Namen begrüßt werden oder personalisierte Informationen in jeglicher Form verwendet werden, ohne dass Sie sich mit einem Benutzernamen und Passwort angemeldet haben, sind Cookies im Spiel.

Haben Sie sich schon mal gewundert woher eine Internetseite Ihren Namen kennt und Sie persönlich begrüßt? Ein auf der Festplatte abgelegter Cookie sorgt dafür, dass Informationen über Sie gesammelt, und bei einem zweiten Besuch vom Server ausgelesen werden. Sie besitzen mit dem Cookie sozusagen eine "virtuelle" Kundennummer, über die Sie beim Besuch identifiziert werden. Das bringt aber auch Vorteile! Dadurch können - z.B. in einem Formular - bestimmte Voreinstellungen automatisch übernommen werden, ohne das Sie diese jedes Mal mühevoll von Vorne eingeben müssen. Ferner wird dadurch teure Onlinezeit gespart. Ein Cookie ist im Grunde nichts anderes als ein kleiner Zwischenspeicher in dem Informationen gesammelt werden.

Sind Cookies gefährlich?

Cookies sind im Grunde relativ ungefährlich, denn sie obliegen einer festen Vorgabe. Cookies dürfen nur Text enthalten, und keine binären Informationen, wie beispielsweise ausführbare Programme. Die Größe ist zudem auf 4 KByte begrenzt. Eine Gefahr im Sinne von Viren und Trojanern, stellen Cookies also nicht dar.

Kommerzielle Anbieter nutzen aber die Möglichkeiten von Cookies, um von Ihnen ein bestimmtes Profil anzulegen. Welche Informationen das im Einzelnen sind, wird nicht verraten. In der Regel sind es Infos zu Ihren Surfgewohnheiten und Interessen. So lässt sich über einen bestimmten Zeitraum ein genaues Protokoll erstellen. Aber nicht nur Online Shops zeigen Interesse an Ihnen. Auch Ihr Arbeitgeber kann sich mit Hilfe von Cookies die Webseiten anzeigen lassen, die Sie während der Arbeitszeit aufgerufen haben.

Beispiel eines zeitlich beschränkten Cookies von Google.com:

Cookie von Google

Cookie-Inhalt: Google-Spracheinstellung (de = Deutsch).

Die Information die ein einzelner Cookie speichert, ist aufgrund seiner Kapazität sehr begrenzt. Insofern brauchen Sie sich vor dem einen oder anderen Cookie nicht fürchten. Aber je mehr dieser kleinen "Detektive" eingesetzt werden, desto eher sind Sie das Bild des anonymen Surfers los. Mit Tracking Cookies wird richtig Geld gemacht. Tracking Cookies laufen in Datenbanken von Anzeige-Agenturen zusammen und sorgen für ein rundes Bild des Surfers. Wenn genügend Informationen gesammelt wurden, werden die Daten gewinnbringend veräußert!

Selber kann man leider nur in den seltensten Fällen Informationen aus den Cookies auslesen. Die Inhalte werden meist verschlüsselt gespeichert!

Cookies können nur vom eigenen Server ausgelesen werden. Ein fremder Server "B", kommt an Cookie "A" nicht heran!

Sollte ich Cookies zulassen?

Sie kennen nun die Funktion von Cookies. Jeder der von Spionage am PC hört, möchte alle "Agenten" "sofort von der Festplatte verbannen oder sie erst gar nicht zulassen. Einfachen drauflos löschen bringt aber auch nichts, denn ohne das Zulassen von Cookies bekommen Sie viele Webseiten erst gar nicht geöffnet! Daher macht es wenig Sinn alle Cookies zu blockieren.

Folgende Taktik ist empfehlenswert: Cookies nur auf vertrauenswürdige Webseiten zulassen. Als gute Hilfe empfiehlt sich die Firefox-, Chrome-Erweiterung Cookie Monster (Mozilla Firefox, Google Chrome).

Vorsicht bei Freeware

Nicht alles was einem vermeintlich kostenlos angeboten wird, ist "echte Freeware". Oftmals beherbergen Freeware-Programme Spionagetools, die wesentlich aggressiver sind als Cookies. Was auf den ersten Blick kostenlos ist, entpuppt sich beim genauen Hinsehen als "Trojanisches Pferd". Sie bekommen eine Software geschenkt und müssen dafür "lediglich einen Banner in Kauf nehmen". Hier heißt es Aufpassen: Im Tausch spionieren diese Werbeeinblendungen z.B. aus, zu welcher Uhrzeit Sie Ihre E-Mails lesen uvm. Nach und Nach wird Ihre Anonymität aufgelöst.

Webbugs - intelligente Nachfolger von Cookies

Nachdem die Geschwätzigkeit von Cookies mittlerweile bekannt ist, verzichten viele Datenspione auf Cookies und setzen statt dessen Webbugs (Zählpixel) ein. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung von Cookies. Der Trick liegt darin, winzige Bilder die praktisch unsichtbar sind, in Webseiten zu integrieren. Jedes der Bilder muss vom Webserver geladen werden. Die Server sind für Webbugs jedoch so eingestellt, dass sie Bilder nicht einfach nur liefern, sondern auch genau aufzeichnen, wann die Bilder von wem angefordert wurden. Damit kann zum Beispiel festgehalten werden, wie lange Sie eine Seite besucht haben.

Für den Browser sind Webbugs gewöhnliche Bilder. Darum gibt es auch keine Option gegen dieses Art der Spionage.

Webbugs lassen sich sehr viel schwerer erkennen als Cookies. Technisch gesehen würden Sie, sofern Sie mit der Holzhammer-Methode arbeiten, und auf alle Grafiken verzichten, ein trostlos graues Internet vorfinden. Wer möchte das schon? Viele Internetseiten wären auch gar nicht mehr lesbar.